1
Feb
2016
216

Feminisierung, TV, TS und vieles mehr…

Es gibt inzwischen unzählige Begriffe, die sich in ihrer Aussage alle ähneln aber zugleich auch unterscheiden. Ich versuche mal ein paar davon in Kurzform darzustellen.

Transvestitismus
Der Begriff kommt aus dem Lateinischen von trans=hinüber und vestire=kleiden. Mit diesem Begriff wird ein Mensch bezeichnet, der das Tragen von Kleidung eines anderen Geschlechts als Ausdruck der eigenen Geschlechtsidentität nutzt. Das sagt jedoch nichts über die sexuelle Orientierung aus, d.h. ob dieser Mensch heterosexuell oder homosexuell ist. Transvestitismus gilt bis heute als psychische Störung, zumindest dann, wenn die Betroffenen in klinisch bedeutsamer Weise darunter leiden.

Cross-Dressing bedeutet einfach nur, dass Menschen spezifische Kleidung des anderen Geschlechts tragen. Die Bezeichnung ist komplett wertneutral und beschreibt auch keinen speziellen Beweggrund. Cross-Dressing kann also – wie eine Art Fetisch – als Mittel der sexuellen Stimulation dienen, als Ausdruck für die eigene gefühlte Geschlechtsidentität, als reine „Verkleidung“ fungieren, einen Modestil beschreiben und noch viele andere Hintergründe haben.

DWT steht für DamenWäscheTräger und sagt damit bereits aus, worum es geht. Ob in erotischer Situation, unter der Kleidung im Alltag oder zu Hause: hübsche Damenunterwäsche ist der Kernpunkt dieser Bezeichnung. Meist handelt es sich um eine Art Fetisch, der sexuell stimuliert und als lustauslösend empfunden wird.

Dragqueens sind anatomisch Männer, die in künstlerisch-humoristischer Weise und durch sehr stark überzeichnete Attribute die Frauenrolle darstellen.

Travestie leitet sich von dem französischen Begriff „travesti“ ab, der „verkleiden“ bedeutet. Er beschreibt damit eine reine Kunstform, die auf allen Bühnen der Welt ihren Platz findet. Es geht um eine rein künstlerische Darstellung einer Rolle durch eine Person des anderen Geschlechts.

Transgender
Das Wort „Trans“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „jenseitig“. Gender ist ein englischer Begriff und steht für das psychologische oder soziale Geschlecht eines Menschen. Gemeint ist also ein Mensch, der sich zum anderen Geschlecht hinüber bewegt. Als Transgender bezeichnen sich häufig Menschen, deren gefühlte Geschlechtsidentität von ihrem tatsächlichen biologischen Geschlecht abweicht, oder die sich nicht ganz mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können. Manche Transgender lehnen auch strikt jede Art der Geschlechtszuweisung ab.

FTM oder MTF steht für „Female to Male“ und „Male to Female”.

Transsexualität
Transsexuelle Menschen fühlen sich im falschen Körper, d.h. eine Frau im männlichen Körper oder ein Mann im weiblichen Körper. Transsexualität wird von den Betroffenen meist recht früh in der Pubertät entdeckt, denn sie fühlen sich in ihrem Körper nicht wohl und nicht richtig. Aufgrund von gesellschaftlichen Zwängen und dem sehnlichen Wunsch normal zu sein, versuchen Transsexuelle häufig, ihrem körperlichen Geschlecht lange zu entsprechen und ihre Transsexualität nur heimlich zu leben oder sogar zu negieren. Transsexuelle im BDSM-Bereich wünschen sich deshalb auch oft keine sexuellen Handlungen oder stimulierendes Verhalten, sondern einfach nur einen für sie sicheren Rahmen, das gefühlte Geschlecht für eine Zeitlang leben zu können. Transsexuelle haben häufig auch ihre eigene Kleidung, beispielsweise ein schickes Kostüm, elegante Pumps und kennen sich zudem mit den Feinheiten des Schminkens und anderer typisch weiblicher Schönheitspflege aus.

Bei vielen transsexuellen Menschen entsteht im Laufe der Jahre ein sehr hoher Leidensdruck und das Gefühl einer „Zerrissenheit“ zwischen Körper und Seele. Wenn jedoch der Wunsch, das biologische Geschlecht zu wechseln in den Vordergrund tritt, sehen sich Transsexuelle auch in der heutigen Zeit noch immer einer Vielzahl von behördlichen Schritten gegenüber, bis irgendwann eine Geschlechtsangleichung erfolgt.

 

Diese Art Rollenspiel findet man sehr häufig im BDSM-Kontext, ebenso wie den Begriff der TV-Erziehung.

Unter Feminisierung versteht man ein sexuell stimulierendes Rollenspiel, in dem ein Mann, die Rolle einer Frau einnimmt. Dies passiert in der Regel durch weibliche Kleidung, Schminke, Perücken und auch die spielerische Darstellung weiblicher Verhaltensweisen. Manchmal wird der Begriff Feminisierung auch als Genderplay bezeichnet, also „das Spielen mit dem psychologischen oder sozialen Geschlecht“. Diese Art Rollenspiel findet man sehr häufig im BDSM-Kontext, ebenso wie den Begriff der TV-Erziehung.

Männer mit dem Wunsch nach Feminisierung oder TV-Erziehung sind üblicherweise nicht schwul, nicht bisexuell und auch nicht „heimlich schwul“. Möglicherweise überwiegt beim TV-Mann der Wunsch die eigene weibliche Seite durch schöne und betont weibliche Kleidungsstücke, durch Hilfsmittel und Maßnahmen wie beispielsweise künstliche Busen, weibliche Masken, weiblich betonten Po und epilierte Haut möglichst stark wirken zu lassen und damit auch eine Form der Öffentlichkeit zu suchen. Der Kleiderwechsel ist in der Regel von sexueller Erregung begleitet.

Der zentrale Punkt ist jedoch häufig der Wunsch nach sexueller Benutzung. Während jede Frau irgendwann in ihrem Leben mal die Erfahrung macht, sexuell von einem Mann benutzt worden zu sein, machen Männer diese Erfahrung nicht. Viele Männer wünschen sich jedoch, von einer verführerischen Frau sexuell einfach mal benutzt zu werden. Da dies aber zuweilen mit ihrem Ego und ihrem eigenen Bild eines Mannes in Konflikt gerät, steigen sie quasi in dieser Art Spiel aus ihrer Männerrolle aus. Aus diesem Grund wird dann auch innerhalb des Rollenspiels ganz besonders ordinäre Kleidung wie beispielsweise ein echt kurzer Minirock, aufreizende Strapse, knalliger Lippenstift und eine möglichst vulgäre Behandlung bevorzugt. Viele Männer leben im Rollenspiel die Fantasie aus,  als billige „5-Euro-Hure“ auf dem Strich „verkauft“ zu werden und jedem „Freier“ zur sexuellen Verfügung stehen zu müssen. Das ist jedoch eine reine Fantasie und hat mit Realität gar nichts zu tun! Innerhalb dieser sexuell motivierten Fantasie möchten sie dann gern dominanten Frauen vorgeführt und ausgeliefert werden, die sie mit einem Umschnalldildo ungehemmt zu ihrem Vergnügen benutzen.  So entsteht dann sozusagen das Bild einer „lesbischen-5-Euro-TV-Hure“.

 

Und glaubt mir: DAS ist ein Spiel, das so richtigen wilden Spaß bereitet. Umso versauter und derber, umso besser. 😉

 

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