14
Aug
2016
207

Atemkontrolle und -reduktion – auf Befehl

Ganz ehrlich und ganz unter uns: das ist für mich persönlich blödeste Technik von Atemkontrollspielen: Atemkontrolle auf Befehl. Nichts desto trotz fühle ich mich der Vollständigkeit verpflichtet und es IST nun mal eine Technik von Atemkontrollspielen. Und es gibt durchaus Menschen, die diese Spielvariante praktizieren und genießen – insbesondere im Kontext zu D/s-Spielen.

Häufig geht es Liebhabern dieser Spielart darum, ausschließlich durch ihre Stimme und ihren Willen die Atemkontrolle zu erreichen…

Bei der Atemkontrolle und -reduktion auf Befehl geht es schlicht und ergreifend darum, dass man seinem Bottom befiehlt, die Luft anzuhalten. Entweder für einen vorgegebenen Zeitraum oder so lange, bis der Atemreflex einsetzt und das Bottom automatisch nach Luft schnappt. Häufig geht es Liebhabern dieser Spielart darum, ausschließlich durch ihre Stimme und ihren Willen die Atemkontrolle zu erreichen und dabei ganz bewusst auf aktive Handlungen zu verzichten.

Ein normal trainierter Mensch kann ungefähr 1-2 Minuten die Luft anhalten…

Wie lange ein Mensch die Luft anhalten kann, variiert sehr stark. Das hängt unter anderem vom Alter, dem Lungenvolumen, dem Körpergewicht und dem Trainingszustand eines Menschen ab. Und natürlich von der konkreten Situation, in der die Atemkontrolle durchgeführt wird, d.h. ist dein Bottom aufgeregt oder erregt? Ist körperliche Bewegung gefragt oder sitzt es ganz ruhig auf einem Stuhl? Ein normal trainierter Mensch kann ungefähr 1-2 Minuten die Luft anhalten, jedoch brechen die meisten Menschen nach ca. 30 Sekunden ab und atmen wieder ein. Das Luft anhalten kann man auch trainieren, wie es beispielsweise Taucher tun, denn durch Übung und Ausdauertraining kann man die Anhaltezeit verlängern. Ein untrainierter Durchschnittsmensch erleidet jedoch nach ungefähr 2-3 Minuten ohne Sauerstoff eine Schädigung des Gehirns, die nicht selten irreversibel ist.


 

Was passiert bei der Atemkontrolle auf Befehl genau?

Durch längeres Luftanhalten steigt im Blut von CO2 und H+-Ionen. Das wird von körpereigenen Chemosensoren, den Rezeptoren unserer Sinneszellen, gemessen und löst bei gesunden Reflexen umgehend einen Atemreflex aus.

Richtig: bei gesunden Reflexen! Nichts desto trotz ist es ohne weiteres möglich, durch zu langes Anhalten der Atmung ohnmächtig zu werden. Und eine Bewusstlosigkeit ist immer ein Risiko, da man sich zusätzliche Verletzungen durch einen Sturz zuziehen, ein Erbrechen während einer Bewusstlosigkeit die Atemwege blockieren oder dadurch sogar einen lebensbedrohlichen Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) auslösen kann. Ich betone nochmal, dass all das passieren kann – aber nicht muss.

In meinem Blog Atemkontrolle und -Reduktion – Gefahren erkläre ich noch ein wenig ausführlicher die Gefahren bei Atemkontrollspielen.


 

Achte deshalb bitte auch bei dieser Technik der Atemkontrolle immer auf folgende Sicherheitsregeln:
  • Eine in der Atmung reduzierte oder kontrollierte Person bitte niemals allein lassen! Auch wenn du deinem Bottom „nur“ befohlen hast, die Luft anzuhalten, dann geh bitte nicht weg, damit du im Fall einer Bewusstlosigkeit reagieren kannst.
  • Bitte niemals autoerotische Atemkontrollspiele durchführen, damit du genau diese Risiken sicher umschiffen kannst.
  • Atemreduktionsspiele lieber sitzend oder liegend durchführen. So musst du im Fall einer Ohnmacht nicht darauf achten, wo dein Bottom hinfällt und sich ggf. zusätzliche Verletzungen zufügt.
  • Atemkontrollspiele bitte nie in Verbindung mit Alkohol praktizieren, denn auch geringe Mengen Alkohol verändern bereits die Atmung.
  • Immer auf dem einfachsten Level beginnen – nicht „höher, schneller, weiter, länger…“! Ein bisschen zu viel Luft ist nicht schlimm. Ein bisschen zu wenig Luft ist tödlich.

 

Noch mehr Grundsätze und Sicherheitsregeln findest du auch in meinem Blog Atemkontrolle und -reduktion – Allgemeines.

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