25
Sep
2016

Dominanz – immer feste drauf!?

Wann hat Dominanz eigentlich begonnen, nicht mehr Führung zu bedeuten? Und wann hat es begonnen, dass Dominanz mit Härte und Arroganz gleichgesetzt wird? Warum denken neuerdings so viele Menschen, dass Dominanz einfach nur bedeutet, einen anderen Menschen feste, kalt, gewaltvoll, und möglichst hart niederzuknüppeln? Und das mit einer dummen Arroganz, die ihresgleichen sucht?

Dominanz – oder Gewalt macht sexy?

Wo auch immer ich mich grade bewege, stoße ich immer wieder auf Menschen, die felsenfest der Überzeugung sind, dass es total dominant und sexy ist, wenn sie zu ihrem Gegenüber einfach nur maximal scheiße und gewalttätig sind. Wann bitte schön hat das begonnen?

…eine Frage des Stils…

Dominanz bedeutet Führung. Punkt. Führung ist die Fähigkeit, andere Menschen zu leiten, anzuspornen, in Bewegung zu setzen, Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Für mich ist es immer noch eine Frage des Stils, ob diese Dominanz freundlich, aber dennoch nicht minder konsequent, erfolgt.

Kluge Dominanz, die klar und unmissverständlich zeigt, was Absicht und Ziel ist, kann so wahnsinnig aufregend sein. Besonders dann, wenn ihrem Kern keine grenzdebilen Brutalität inne wohnt, die ihre Berechtigung nur dadurch findet, dass man eben feste zuschlagen kann.

Dominanz kann unglaublich liebevoll sein, denn warum bitteschön sollte ich jemanden anherrschen, anschreien, bestrafen oder demütigen, der ja eigentlich alles versucht, um meinen Vorgaben zu entsprechen und mir jeden Wunsch von den Augen abzulesen?

Und wenn ich:

  • jemanden demütigen und erniedrigen möchte,
  • einem Menschen meinen Willen aufzwingen möchte,
  • meinem Gegenüber Schmerz schenken möchte,

…warum dann nicht auf eine zugewandte und lustvolle Weise? Und warum genügt als Grund nicht meine Lust, statt eine Krücke in vermeintlichen Unfähigkeiten oder genereller Wertlosigkeit meines Gegenübers zu suchen?

Dominanz als Fähigkeit

Dominanz sollte nämlich auch fähig sein. Und damit sollte ich fähig sein:

  • den Wert meines Gegenübers zu kennen, zu schätzen und zu kommunizieren
  • die Bedürfnisse meines Gegenübers wahr- und anzunehmen und ggf. anzupassen
  • mit leichter Hand und einem Lächeln mein Gegenüber zu führen
  • mich unmissverständlich auszudrücken, ohne je tatsächlich Gewalt zu benötigen
  • Schmerz als Möglichkeit (nicht Notwendigkeit!) gemeinsamer Lust einzusetzen
  • authentisch meine Emotionen und Bedürfnisse zu kommunizieren und sie als gemeinsame Ziele mit Intelligenz, Sachkenntnis, Aktivität und Selbstsicherheit zu kennzeichnen

Dumme Arroganz, prinzipielle Respektlosigkeit, stumpfe Brutalität und die generelle Herabwürdigung anderer Menschen sind keine Zeichen von Stärke, nicht wahr?


Es gibt da ein hübsches Zitat:

„Dominanz macht keinen Lärm. Sie ist einfach da und wirkt.“


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