1
Jun
2017
94

Erotische Rollenspiele im BDSM

Was ist eigentlich ein erotisches Rollenspiel im BDSM? Und wozu soll das gut sein? Wirkt das nicht immer unecht oder lächerlich gestellt? Welche Rollenspiele sind ganz klassisch im BDSM zu finden?

Ich gebe zu, dass auch ich mich mit vielen Rollenspielen sehr schwer tue. Nicht, weil ich sie nicht spielen könnte, sondern weil ich einfach keine Rolle spielen möchte. Aber ist nicht auch ein Statusspiel, also ich bin „oben“ und du bist „unten“ ganz streng genommen ein Rollenspiel? Oder ist es vielmehr ein Ausdruck meiner Persönlichkeit, die ich mehr oder weniger spielerisch und erotisch umsetze? So ganz leicht ist das in der Tat nicht zu beantworten.

Natürlich übernehmen wir in unserem Leben die unterschiedlichsten Rollen. In der Psychologie spricht man in dem Zusammenhang von „role-taking“ und damit ist gemeint, dass wir alle in bestimmten Interaktionssituationen oder Gruppen bestimmte Rollen quasi passiv übernehmen oder auch selbst soziale Rollen aktiv ausgestalten („role-making“).

 

Aber ist das mit Rollenspiel gemeint?

Nein, ganz sicher nicht und ich möchte Euch auch nicht weiter mit Soziologie und Sozialpsychologie quälen. Es ist nur wichtig zu wissen, dass natürlich prinzipiell jeder Mensch in seinem Leben bestimmte Rollen übernimmt oder kreiert.

Ein erotisches Rollenspiel hingegen ist eine Sexualpraktik und besteht aus bestimmten erotischen Fantasien, an die man sich spielerisch herantastet. Dabei dient das Rollenspiel als eine Art zusätzliche Stimulanz. Für viele Menschen – besonders in der Welt des BDSM – ist das Rollenspiel eine erregende Methode, um den Alltag zu verlassen, tief in lustvolle Fantasien einzutauchen, beliebige Rollen anzunehmen und so gesteigerte sexuelle Erregung zu erleben.

Ein Rollenspiel kann aber auch einen ganz bestimmten Zweck verfolgen, nämlich Fantasien lustvoll ausleben zu „dürfen“, die man selbst „eigentlich“ als moralisch schwierig bewerten würde, wie beispielsweise Vergewaltigungsfantasien oder Schulmädchenspiele. Im Rahmen eines erotischen Rollenspiels wird über die spielerische Komponente die moralische Bewertung aufgehoben, denn „es ist ja nicht echt, sondern nur ein Spiel“.

 

Was heißt das nun für erotische Rollenspiele?

Bei jeglicher Art von Rollenspielen ist erlaubt, was allen betroffenen Mitspielern gefällt. Eine kreative Verbalerotik ist ein wesentlicher Hauptbestandteil des Spiels, da sie dazu dient, die Rollen zu verdeutlichen und sich gegenseitig weiter in die Session zu treiben. Außerdem ist der Genuss an der Rolle bei allen Beteiligten immens wichtig, damit ein Rollenspiel nicht einfach nur der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Natürlich könnt Ihr auch Szenarien phantasievoll durch Kleidung, Ambiente, Masken oder ähnliche Hilfsmittel ausgestalten. Wie umfangreich Ihr dabei agieren möchtet, bleibt ganz allein Euch überlassen.

Ganz klassische Rollenspiele sind beispielsweise:

  • Lehrer(in)-Schüler(in)
  • Gefängnisaufseher(in)-Sträfling,
  • Chef(in)-Sekretär(in)
  • Doktorspiele
  • TV-Erziehung / Feminisierungsspiele
  • Inquisition
  • Vergewaltigungsspiele / Rape Games
  • Sex mit einer/einem Fremden
  • Petplay / Tierrollenspiele

 

Zur Verdeutlichung ein irgendwie süßes Beispiel: „Mögen Sie Mozart?“ (Bitte klicken).

Viel Spaß. 😉

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