22
Aug
2017
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Atemkontrolle und -reduktion – Würgespiele mit Händen oder Seilen

Würgespiele mit Händen oder Seilen sind selbst für große Liebhaber von Atemkontrollspielen immer eine heikle Geschichte. Natürlich sind Atemkontrollspiele an sich generell immer mit Vorsicht und Bedacht zu genießen.

Bei Würgespielen ist jedoch nochmal mehr große Vorsicht geboten, denn der menschliche Hals hat sehr viele empfindliche Strukturen wie beispielsweise den Kehlkopf und den Carotis-Sinus-Reflex. Die meisten tödlichen Unfälle bei Atemkontrollspielen treten in Verbindung mit (autoerotischen) Würgespielen auf.

Würgespiele mit Seilen lehne ich persönlich gänzlich ab und lehre diese aus diesem Grund auch nicht. Bei Würgespielen mit Seilen hat man, meiner Auffassung nach, zu wenig Gefühl, um das Atem-kontrollspiel tatsächlich kontrollieren zu können und Seile können zudem jederzeit bei Bewegungen des Bottoms verrutschen.

Hinzu kommt, dass ein Seil sich immer gleichmäßig um den Hals des Bottoms schließt und ich auf diese Art nicht den Carotis-Sinus-Reflex umgehen kann. Und da der Carotis-Sinus-Reflex im ungünstigsten Fall einen Kreislaufkollaps oder Herzstillstand auslösen kann, ist das Risiko einfach unwägbar hoch.

 

Basisregeln für Würgespiele

Bei Würgespielen mit den Händen musst du unbedingt darauf achten, auf keinen Fall Druck auf den Kehlkopf deines Bottoms auszuüben. Wie bereits erwähnt, kann ein Kehlkopf durch Druck brechen und eingedrückt werden – und dann hilft oft auch keine Beatmung mehr, da der verletzte Kehlkopf die Luftröhre verschließt.

Wenn du also Würgespiele durchführen möchtest, lege bitte deine Hand entweder unterhalb oder oberhalb des Kehlkopfes um den Hals deines Bottoms. Unterhalb des Kehlkopfes löst ein Würgespiel jedoch bei den meisten Menschen sofort einen starken Hustenreflex aus – wenn auch nicht bei allen. Aus diesem Grund macht es deutlich mehr Sinn, die Hand oberhalb des Kehlkopfs um den Hals deines Bottoms zu legen.

Und nun ist es elementar wichtig, dass du nicht die Hand um den Hals deines Bottoms schließt. Wenn du eine Würgebewegung ähnlich wie bei einer Greifbewegung durchführst, landest du unweigerlich rechts oder links im Bereich der Carotisgabelung und läufst in Gefahr, bei deinem Bottom den Carotis-Sinus-Reflex auszulösen.

Stattdessen legst du vielmehr die geöffnete Hand oberhalb des Kehlkopfes um den Hals deines Bottoms, greifst NICHT zu, sondern schiebst die Hand mit leichtem Druck nach hinten und oben. Dabei stabilisierst du mit der anderen Hand den Nackenbereich deines Bottoms, damit du eine noch bessere Kontrolle über die Bewegung bekommst.

Und bitte mach es wirklich mit leichtem Druck und nicht zu massiv, denn der Hals verträgt keinerlei Gewalt.

Nach wenigen Sekunden wirst du hören und sehen, dass die Atmung deines Bottoms deutlich reduziert wird – auch, wenn ein Atmen durchaus noch möglich ist. Um auch ein Abdrücken der Blutgefäße am Hals zu reduzieren, hältst du diesen Griff einige Sekunden lang, lässt dein Bottom dann wieder 1-2 Mal durchatmen und wiederholst den Würgevorgang.

 

Auch hier gilt immer:

Auch bei dieser Spielart ist es unerlässlich, dass du sehr genau auf die Körperreaktionen deines Bottoms achtest und sie nur so lange praktizierst, wie ihr beide euch wohl fühlt.

Ich bin übrigens nicht der Ansicht, dass ein gelesener Textausreicht, um diese Technik tatsächlich zu beherrschen.
Und das bin ich, OBWOHL und gerade WEIL ich dies hier erkläre. Mein Rat lautet: lern es richtig, lass es dir praktisch zeigen und üb es.
Erst, wenn du wirklich sicher bist, solltest du Würgetechniken einsetzen, um tatsächlich das Leben deines Spielpartners oder deiner Spielpartnerin nicht zu gefährden.
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