24
Jan
2018
40

Sinnvoller Selbstschutz für passive Spielpartner

Auch als devoter, submissiver, masochistischer oder switchender Mensch in passiver Rolle ist ein gesunder Selbstschutz durchaus sinnvoll. Natürlich kommt es hierbei ein bisschen auf Feinheit in der Kommunikation an, denn kein/e Top lässt sich gerne oberlehrerhaft maßregeln oder von „unten führen“ (topping of the bottom).

Selbstschutz ist generell da notwendig, wo die Kompetenz einer Herrschaft spürbar aufhört, oder bei einer/m Top, den/die du (noch) nicht wirklich gut kennst. Das bedeutet:

Bei neuer Herrschaft:

  • Kommuniziere bitte deutlich, was du bereits kennst und magst, nicht so gern magst, wo deine Grenzen liegen und was unumstößliche Tabus für dich sind. Kommuniziere ebenso, was du noch nicht kennst und wo evtl. Ängste liegen.
  • Bitte darum, dass dir in den ersten Sessionen nicht gleichzeitig die Hände fixiert, die Augen verbunden und/oder Knebellungen durchgeführt werden, so dass du – im Fall eines Falles – noch Einfluss nehmen kannst.
  • Wenn es dir ein sicheres Gefühl gibt, bitte um die Möglichkeit, in der Session um Gnade oder Nachsicht bitten zu dürfen. Versichere dabei, dass du nicht leichtfertig mit dieser Möglichkeit umgehen wirst.

Bei mangelnder Kompetenz:

  • Wenn es sich um kleinere Fehler handelt (beispielsweise zu lose Fixierungen, eingeschlafene Hände/Füße, die der/die Top nicht sofort bemerkt, ein leicht verrutschter Schlag o.ä.) toleriere diese und steh die Session durch.Spiel auf keinen Fall die/den Lehrmeister/in – ein solches Verhalten ist schlichtweg unerwünscht und kleinere Fehler können auch absoluten Profis passieren.Wenn es dir allzu unerträglich erscheint, bitte höflich und in absolut angemessener Weise um Linderung oder sprich die Fehler(chen) später an. Auch hier macht der Ton die Musik, deshalb verhalte dich bitte unbedingt angemessen.
  • Bei groben Fehlern, die deine Gesundheit und Unversehrtheit beeinflussen können, brich´ die Session ab. Dabei ist es dann auch nicht mehr wichtig, welchen Ton du anschlägst, denn es geht um deine körperliche und seelische Unversehrtheit.Beispiele hierfür wären Schlagspiele auf ungeeigneten Körperzonen (Bauch, Lungen, Nieren), Harnröhrenspiele mit ungeeignetem Material (Stiefelabsatz, Streichhölzer), dunkelblau anlaufende Extremitäten bei zu straffen Fixierungen, Abbinden der Brüste mit Kabelbindern, mehrfach stark umschlagende Peitschenhiebe o.ä.).Nach dem Abbruch der Session suche das Gespräch mit deiner Herrschaft und jetzt ist es wieder wichtig, dass du nicht lehrmeisterhaft oder wertend vorgehst. Mach die Fehler deutlich, biete deine Unterstützung an und bitte um Verständnis für deinen Abbruch.

In der Konsequenz ist es durchaus sinnvoll, auch als Bottom ein Mindestmaß an Wissen zu besitzen. Es ist auch eine Form des Selbstschutzes, überhaupt zu spüren und wahrzunehmen, wo denn überhaupt Gefahren lauern und das bedarf eigene Kenntnisse über BDSM-Techniken.

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