27
Jun
2018
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Sexsklave, Sexsklavin, Lustobjekt – eine Begriffsklärung

Immer wieder hört und liest man (und Frau): Ich möchte gerne Deine/e Sexsklave/Sexsklavin oder Lustobjekt sein.“

Und ebenso oft fragen mich Menschen: Was bedeutet das eigentlich? Was erwartet dieser Mensch dann von mir? Was kann ich tun und was sollte ich tun?

Zuallererst: die Begriffe Sexsklave/Sexsklavin und Lustobjekt kann man halbwegs synonym verwenden und auch dementsprechend bewerten. Aber natürlich verwendet sie jeder Mensch ein kleines bisschen anders, denn Jede/r hat eine andere Fantasie, andere Vorlieben und andere Trigger, die man mit Sex verbindet. Häufig sind „Sexsklaven“ oder „Lustobjekte“ Menschen mit devoter Grundgesinnung, die aber nicht unbedingt auf BDSM-Praktiken abfahren (müssen).

Im Fokus der Lust steht vielmehr die Lust an der sexuellen Verfügbarkeit für den dominanten Partner. Ein zusätzlicher Reiz kann das Erleben von „Wehrlosigkeit“ bei sexuellen Spielarten sein, beispielsweise durch Fixierungen.

Frauen…

Viele Frauen, die sich wünschen, als Sexsklavin betrachtet und behandelt zu werden, haben leichte Überwältigungsfantasien. Das kann beispielsweise bedeuten, einfach von dem „großen starken Mann gepackt und für seine sexuelle Lust benutzt zu werden“. Oder „für mehrere Männer zu deren sexuellen Befriedigung“ zur Verfügung stehen zu müssen. Oder „jederzeit für die orale Befriedigung des Partners bereit zu stehen“. Einfach ausgedrückt: Heiße Erotik, bis der Arzt kommt.

Dabei geht es längst nicht immer darum, grob angefasst oder erniedrigend behandelt zu werden. Vielmehr geht es um das Gefühl, maximal begehrt zu werden. Natürlich ist hier eine gute Kommunikation wichtig! Bevor Ihr Euerer Partnerin auf eine solche Weise gegenüber tretet, solltet Ihr schon genau wissen, dass sie dies auch wirklich möchte und WIE sie es möchte. Denkt dabei auch an das neue Sexualstrafgesetz: „Nein heißt nein.“

Männer…

Männer, die sich wünschen, als Sexsklave oder Lustobjekt dienen zu dürfen, ziehen ebenso ihre eigene sexuelle Lust aus der Erregung des Gegenübers. Es geht ihnen häufig darum, auf alle erdenklichen Arten einer Frau sexuell zu dienen. Nicht selten genießen sie es auch, darin „ausgebildet“ zu werden, was, wo und wie es die dominante Partnerin am meisten erregt. Ebenso kann es aber einfach nur die sexuelle Verfügbarkeit sein, die am meisten kickt. „Wenn ICH es will, stehst du sofort zu meinem sexuellen Vergnügen bereit“.

Ihr seht also, es geht vor allem um Spielarten, die mit Erregung, Gier, Erotik und Genuss und weniger mit Schmerzreizen zu tun haben. Eine verbale Führung und das Ton-Angeben durch den/die Top ist dabei jedoch unbedingt erwünscht!

Mein Tipp: sprecht mit Euren Spielpartnern und findet genau heraus, was dieser Begriff und Wunsch für sie bedeutet, was er beinhaltet und auch, wo Grenzen liegen.

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