29
Aug
2018
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Verhörspiel im BDSM – Interrogation-Play

Bei einem Verhörspiel im BDSM steht dein Bottom als individueller Mensch mit seinen Gedanken, Fantasien, Lüsten, Ängsten und auch sein (soziales) Verhalten im Mittelpunkt des Geschehens.

Zu Zeiten der Inquisition, im Mittelalter bis zur frühen Neuzeit wurden Verhöre auch gerne „peinliche Befragungen“ (oder „hochnotpeinliche Befragung“) genannt, bei denen dann auch Folter eingesetzt wurde, um Geständnisse zu erzielen.

Vor der peinlichen Befragung wurde oft die Territion angewandt, bei der dem Beklagten diverse Folterinstrumente gezeigt und vorgeführt wurden. Dies hatte natürlich den einzigen Zweck, den oder die Beklagte/n maximal in Angst zu versetzen und die psychische Belastung auf ein Maximum anzuheben.

Verhöre sind seit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes 1949 abgeschafft und der Begriff in Deutschland ungebräuchlich. Stattdessen sprechen wir heute im Gerichtswesen von Vernehmungen.

Im BDSM hingegen hat das Spiel mit Verhören nach wie vor seine Berechtigung, allerdings auf einer für beide Seiten lustvollen (und freiwilligen!) Basis oder in Form von Rollenspielen.

 

Verhörspiel – die Durchführung

Wenn du gerne ein Verhörspiel durchführen möchtest, empfehle ich generell immer, tatsächlich dein Gegenüber mit ihren/seinen größten Kicks, Geheimnissen und Ängsten in den Fokus des Spiels zu stellen und nicht allzu abgedrehte „künstliche“ Szenarien zu erschaffen. Und zwar deshalb, weil ein Verhör, dass dein Gegenüber persönlich als Mensch, Mann oder Frau betrifft, deutlich intensiver in der Psyche wirkt.

Es dabei um den Genuss von Macht und Dominanz auf der einen Seite und auf der anderen Seite um das lustvolle Erleben von absoluter Wehrlosigkeit und dem Gefühl, dem Geschehen und dir völlig ausgeliefert zu sein.

Natürlich kann es auch Spaß machen, sich beispielsweise ein Mittelalterszenario auszudenken und dein Gegenüber zu seiner/ihrer Hexerei zu befragen oder Military-Spiele mit Gefangenschaft und Verhören zu gestalten. Aber das bekommt auch ziemlich fix den Beigeschmack eines Theaterstücks und kann ebenso ins Lächerliche, wie in die Trivialität abdriften.

Wenn du hingegen den Verhörhebel da ansetzt, wo es wirklich um individuelle Emotionen wie Angst, Erregung und/oder Scham geht, wird das Spiel gleich deutlich spannender, denn wenn du es gut machst, kannst du eine ganze Menge Geheimnisse erfahren und bewegst dich auf einer wahren (und realistischen) Ebene.

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